ZEIT IST DER WICHTIGSTE FAKTOR IN KRITISCHEN VERMISSTENFÄLLEN

Umfangreichen Studien (u.a. 2006 Child Abduction Murder Study, Washington State Attorney General’s Office, USA), dass die

Überlebenschance in 76% der untersuchten Fälle, in denen Kinder entführt und getötet wurden, bei weniger als 3 Stunden lag.

 

WARUM EIN ALARMSYSTEM FÜR VERMISSTE KINDER IN DEUTSCHLAND NOTWENDIG IST

 

Der Fall der 12-jährigen Schülerin aus Leipzig (Sachsen), die in der vergangenen Woche Opfer einer Entführung wurde, hat nicht nur die Menschen aus der Region erschrocken und berührt. Wie sich nun auch der Vorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter - Landesverband Sachsen, Peter Guld, in der heutigen Ausgabe der BILD Leipzig äußerte, befand sich das entführte Mädchen in "allerhöchster Lebensgefahr".

 

Ohne das besonnene und schnelle Handeln des Mädchens und die daraufhin eingeleiteten Maßnahmen der Polizei, wäre der Ausgang des Falls und das schnelle Auffinden der 12-Jährigen nicht absehbar gewesen.

 

Und auch wenn dieser Fall - glücklicherweise - schnell geklärt und das Mädchen lebend gerettet werden konnte, so war dies in anderen, vergleichbaren Fällen oftmals nicht möglich.

 

Die Anzahl vergleichbarer Fälle, denen ein Verbrechen, beispielsweise eine Entführung durch Dritte, zugrunde liegt, ist in Deutschland im Jahresdurchschnitt im ein- bis niedrigen zweistelligen Bereich anzunehmen. In der Mehrzahl handelt es sich hierbei um sexuell motivierte Taten. Im schlimmsten Fall enden diese mit dem Tod des Opfers - oftmals, um die eigentliche Tat zu verdecken.

 

Im Gegensatz zur absoluten Mehrheit der hierzulande täglich zwischen zwei- und dreihundert neu registrierten Vermisstenfälle von Kindern und Jugendlichen, die mit dem schnellen und wohlbehaltenen Auffinden der Betroffenen oftmals innerhalb nur weniger Stunden oder Tage enden, bleiben in den benannten Akutfällen erfahrungsgemäß im Regelfall nur wenige Stunden, um das Leben des betroffenen Kindes oder Jugendlichen zu retten.

Bereits die hohe Diskrepanz der Fallzahlen macht aus unserer Sicht eine schnelle und eingespielte Bewertung und Handlungsanleitung zur sicheren Bearbeitung der kritischen Vermisstenfälle notwendig - vergleichbar zur medizinischen Triage in der Notaufnahme. Dies existiert in Deutschland bisher jedoch so nicht.

 

Unsere Forderung an die Polizeidienste, die Justiz und die Politik lautet daher:

Wir brauchen auch in Deutschland eine auf Landes- oder Bundesebene angesiedelte Experteneinheit der Polizei , die sich ausschließlich um die Einordnung und Bewertung eingehender Vermisstenfälle kümmert und zeitgleich als Single Point of Contact sowohl den Informationsfluss nach außen, als auch den Hinweisrücklauf in diesen Akutfällen sicherstellt.

 

Die Öffentlichkeitsfahndung sollte, anders als in der derzeitigen Verfahrensweise, immer auch als gleichwertiges Fahndungsmittel zu allen übrigen, polizeilichen Maßnahmen in der Bearbeitung von Vermisstenfällen zur Verfügung stehen und im Akutfall entsprechend automatisiert und über bereits vorabgestimmte Kanäle zum Einsatz kommen.

 

Die Mehrheit unserer Nachbarländer hält eine solche Systematik vor und setzt diese auch gezielt in vergleichbaren Fällen ein.

Sowohl die Niederlande 🇳🇱️ (https://www.amberalert.nl/), Polen🇮🇩️ (www.childalert.pl/), Frankreich 🇫🇷️ (www.alerte- enlevement.gouv.fr/), Tschechien 🇨🇿️(http://www.pomoztemenajit.cz/), Luxemburg 🇱🇺️(https://www.amberalert.lu/) und die Schweiz 🇨🇭️(www.entfuehrungsalarm.ch/) verfügen über ein landesweites Alarmierungssystem in Akutfällen vermisster Kinder, welches im Regelfall durch eine zentrale Beobachtungs- und Koordinierungseinheit der Polizei und/oder Justiz gefuhrt wird, die zur Auslosung einer automatisierten Offentlichkeitsfahndung befugt ist.

 

Die Systematik bedient sich hierbei mehrheitlich digitaler Kanale, wie Außenwerbeflächen, öffentlicher Informationssysteme, mobiler Anwendungen, sowie automatisierter TV- und Radioaussendungen. Auch beispielweise Facebook selbst unterstützt dies bereits in mehreren Ländern durch automatisierte Meldungen über den Newsfeed an alle Nutzer in einem für die Suche relevanten Gebiet.

 

Zuletzt wurde dies Ende Mai diesen Jahres bei unseren Nachbarn in Luxemburg eingeführt - in Deutschland aufgrund der fehlenden staatlichen Systematik bislang jedoch nicht.

 

Initiative Vermisste Kinder

Oehleckerring 22-24

22419 Hamburg

 

Telefon: (040) 609454340

Telefax:  (040) 609454349

E-Mail: info@vermisste-kinder.de

 

 

Mitglied bei AMBER Alert Europe